Spielcasion

Frei nach dem Motto: You had one job!

Liebe für die Ohren (2018)

Nils Frahm in diesem Jahr mal wieder abgeliefert. Sein Album »All Melody« ist die perfekte Symbiose aus klassischen Elementen und moderner elektronischer Musik. Oder wie der NDR es beschreibt:

Nils Frahm zieht uns auf »All Melody« durch goldene Chorpassagen und schattige Kammermusikinstallationen in seine typischen grazilen Klavierminiaturen. Und schließlich geht es auch, man merkt es erst kaum, in wuchtigere Gebäude, Beats drücken von unten, elektronische Clubmusik, die gibt es ja auch noch. Gerade dieses Reisen durch kontrastierende Stimmungen gibt »All Melody« manchmal fast etwas Symphonisches.

Dieses Album habe ich dieses Jahr unzählbar oft hoch und runter gehört. Für mich ist es das Album des Jahres. Abgesehen davon gab es dieses Jahr noch zwei Neuentdeckungen aus heimischen Gefilden, die mich schwer beeindruckt haben.

»Ich« - das Album der Münchner Brassband Moop Mama - ist die perfekte Kreuzung aus Blasmusik und Rap mit Texten zum Nachdenken. Ein extrem eingängiger Sound, zu dem man sich einfach bewegen muss. Reinhören und das Album abfeiern!

Und zum Anderen hat Fynn Kliemann überraschenderweise offenbart, das er offensichtlich nicht nur unkonventionell mauern, sondern auch noch ausgesprochen gute Musik produzieren kann. Sein Album »Nie« war der Überraschungserfolg des Jahres - ich glaube auch für ihn. Wer diesen außergewöhnlichen Typen etwas näher kennenlernen will, sollte sich dieses Gespräch mit ihm anhören. Direkt danach das Album in Dauerschleife!

Bücher, Teil II/2018

Dieses Jahr war mit dem Lesen etwas nachlässiger. Insgesamt komme ich 2018 nur auf 8 magere Bücher und 6 Hörbücher. Und gelesen habe ich die meisten im Urlaub. Im meinem Alltag gibt es momentan einfach zu wenig Zeit zum Lesen oder auch viel zu viele Alternativen zum Zeitvertreib. Dazu kommt, das ich Hörbücher komplett aus meinem Leben verbannt habe. Dafür waren die wenigen Bücher die ich in der zweiten Jahreshälfte gelesen habe, fast ausschließlich hervorragend.

Angefangen hat mein Jahr mit dem wundervollen Roman »Alles Licht, das wir nicht sehen« (★★★★★) von Anthony Doerr. In einer sprachlich eindrucksvollen und zutiefst berührenden Sprache zieht einen der Roman tief in das Leben der blinden Marie-Laure und dem Waisenjungen Werner, die im zweiten Weltkrieg in der französischen Küstenstadt Saint-Malo aufeinander treffen. Für mich eines der besten Bücher der letzten Jahre.

Im Urlaub habe ich mich durch eine Handvoll Martin Suter gelesen. Nicht erst seit diesem Urlaub ist Martin Suter mein absoluter Favorit, aber jetzt erst recht. Schade das er nicht schneller schreibt, wie ich lese.

Die Kurzgeschichtensammlung »Abschalten - Die Business Class macht Ferien« (★★★★☆) bietet kurzweilige Unterhaltung. Erschreckenderweise habe ich sogar hier und da Parallelen zu meinem eigenen Leben gesehen. Im Roman »Lila, Lila« (★★★★★) findet der Kellner David das Manuskript eines Buches, unter das er seinen Namen setzt und das dann zum Bestseller wird. David müht sich durch die Rolle des Bestseller-Autors um die Liebe zu Sophie zu gefährden. Es bleibt bis zum Ende spannend, wie sich dieser Konflikt auflöst. »Der Koch« (★★★★☆) handelt von Maravan, einem Asylanten aus Sri Lanka. Als er seinen Job als Küchenhilfe verliert, verdient er sich mit einem Catering-Service für ein aphrodisierendes Dinner seinen Unterhalt. So schlittert er selbst in eine Liebesgeschichte und eine politische Verschwörung. Ein spannender und gut bekömmlicher Roman über Liebe und Moral. Wenn nur das permanente Hungergefühl nicht wäre. »Der letzte Weynfeldt« (★★★★☆) ist Liebesgeschichte und Krimi in einem. Adrian Weynfeldt, ein wohlhabender Gentleman und Kunsthändler verfällt einer skrupellosen Frau. Und schon entspinnt sich ein origineller und unterhaltsamer Plot über ein Gemälde, eine Fälschung und zwei Leben die völlig durcheinander gebracht werden.

»Der Ernährungskompass« (★★★★★) von Bas Kast war ebenfalls ein Buch, das ich im Urlaub verschlungen habe. Das Buch ist so etwas wie eine Meta-Studie zur gesunden Ernährung. Bas Kast filtert aus tausenden Studien die gesicherten Ergebnisse heraus und formuliert 12 einfache Regeln, die jeder in seinem Leben unterbringen kann. Leicht verständlich und perfekt um einen Überblick zu bekommen. Ein Buch das wirklich jeder gelesen haben sollte, dem seine Gesundheit nicht egal ist.

Der Roman »Ohne Spur« (★★★★★) von Haylen Beck war ein Spontankauf am Bahnhof in Bremen. Das Buch ist ein Thriller der Extraklasse. Audra Kinney ist mit Ihren Kindern Sean und Louise im Auto auf dem Weg nach San Diego. Mitten in der Wüste Arizonas wird sie von der Polizei gestoppt. Der Sheriff durchsucht ihren Kofferraum und findet ein Päckchen Marihuana. Audra wird festgenommen und ihre Kinder gekidnappt. Ein Alptraum, aus dem es für Audra kein Erwachen zu geben scheint. Ich habe das Buch während der knapp 6-stündigen Fahrt nicht mehr aus der Hand gelegt und am nächsten Tag in einem Stück zu Ende gelesen. Das ist mir schon lange nicht mehr passiert. Absolute Leseempfehlung!

Mein letztes Buch in diesem Jahr war »Mitternachtspost« (★☆☆☆☆) von William Kotzwinkle. Ich bin ja eigentlich ausgesprochener Kotzwinkle-Fan, aber mit diesem Blick hinter die Kulissen der New Yorker Regenbogenpresse und Boulevard-Journaille konnte ich dann doch nicht viel anfangen. Vielleicht lag es am fortgeschrittenen Alter des Romans oder am doch etwas speziellen Thema - mich hat er jedenfalls nicht gepackt. Ich habe das Buch abgebrochen.

Chicken Karahi

Genossen im Shalimar in Bremen.

Helsinki

In meinen Augen ist Helsinki nicht gerade aufregend oder pulsierend. Wahnsinnig viele Sehenswürdigkeiten gibt es auch nicht. Für eine europäische Hauptstadt gerade zu enttäuschend.

Aber dafür ist Finnland landschaftlich sehr attraktiv. Zumindest ist der Anflug über unendlich viele Seen, Inseln und Wälder atemberaubend schön. Leider hat mir die Zeit gefehlt, das finnische Hinterland zu erkunden.