Bücher im Frühjahr

Das einzige Buch das ich in diesem Jahr bisher tatsächlich physisch gelesen habe, war »Von Vögeln und Menschen« (★★☆☆☆) von Margriet de Moor. Der Roman hat mich etwas ratlos zurückgelassen. Die Geschichte ist eigentlich spannend und böte ausreichend Potential für einen lesenswerten Roman. Leider schafft es die Autorin jedoch nicht, Spannung aufzubauen. Die Story plätschert viel zu oft nur so dahin und verliert sich in anstrengender Gefühlsduselei.

Ein Hörbuch das mich überrascht hat, war »Das finstere Tal« (★★★★★) von Thomas Willmann. Erzählt wird die Geschichte einer mysteriösen Todesserie, die eine verschworene Dorfgemeinschaft in einem abgeschiedenen Hochtal in den Alpen Ende des 19. Jahrhunderts in Aufruhr hält. Diesem Buch gelingt es von der ersten Seite den Leser tief in die bildgewaltige Geschichte zu ziehen. Das Hörbuch liest übrigens Matthias Brandt, was dem Buch definitiv sehr gut steht.

»Wiener Strasse« (★★★☆☆) von Tobias Regener ist ein Hörbuch das man ganz nett nebenbei hören kann. Die Geschichte eröffnet eine surreale Welt aus vermeintlichen Künstlern, Hausbesetzern, Punks und sonstigen Freaks die im Berlin der 80'er Jahre ihr Glück versuchen. Die Geschichte an sich ist wenig aufregend, aber durch die Art wie Regener das Hörbuch selbst liest sehr symphatisch und bisweilen sogar komisch.

»Der Schwarm« (★★☆☆☆) von Frank Schätzing ist angeblich eines dieser Bücher, die man gelesen haben muss. Zugegeben, die Geschichte verspricht einiges an Spannung, aber leider verplappert sich Schätzing auf über 1000 Seiten so dermaßen, dass das Durchhalten zur Qual wird. Der Roman ist an Langatmigkeit und leider auch viel zu häufig Trivialität kaum zu überbieten. Aber ich habe durchgehalten und das Buch zu Ende gehört. In der vagen Hoffnung, das Schätzing sich vielleicht weiter entwickelt hat, habe ich im Anschluss in »Die Tyrannei des Schmetterlings« (★☆☆☆☆) reingehört, jedoch nach 8 Stunden bereits wieder vollkommen entnervt aufgegeben. Das Thema klingt unglaublich vielversprechend, aber diese bleiernde Monotonie mit der Schätzing die Handlung vorantreibt, ist mir einfach zu fad.

»Ich bin dann mal weg« (★★★★☆) von Hape Kerkeling ist eines der Bücher, das mich positiv überrascht hat. Ich hatte ehrlich gesagt keine großen Erwartungen an eine Dokumentation der Pilgerreise nach Santiago de Compostela. Das Buch war nicht nur kurzweilig geschrieben, sondern phasenweise sogar spannend. Hape Kerkeling hat es auf eine ganz wunderbare Weise geschafft, die vielen kleinen Anektoden und Abenteuer auf dem Weg zu sich selbst in einer sehr mitfühlenden Art und Weise in Szene zu setzen. Man leidet und lacht förmlich mit ihm mit, wenn er da so den Jakobsweg entlag pilgert. Und am Ende bietet das Buch für Alle die offen dafür ist, auch auf ganz vielen Ebenen Lehreiches.

Das Buch »Raum« (★★☆☆☆) von Emma Donoghue ist ein fesselndes Buch über eine Mutter die mit ihrem Kind gefangen in einem einzigen Raum aufwächst. Die beklemmende Geschichte hat ein gewisses Potential, konnte mich aber irgendwie nicht wirklich fesseln. Zu langatmig und am Ende leider auch zu vorhersehbar.

Ich habe ja um Sebastian Fitzek bisher erfolgreich einen Bogen gemacht. Aus welchem Grund auch immer, aber »Das Joshua-Profil« (★☆☆☆☆) habe ich mir tatsächlich als Hörbuch geholt und angehört. Um es kurz zu machen: Hätte ich nur weiterhin konsequent einen Bogen um Fitzek gemacht. Diese permanente Aufgeregtheit, die anstrengend belanglosen Dialoge und die Abstrusität der Geschichte. Es ist einfach nur zum Davonlaufen schlecht. Nie wieder Fitzek!

Bücherkram

Auch 2017 habe ich mir vorgenommen, wieder regelmäßig ein Buch zu verschlingen. Das Ziel war, ein Buch pro Monat. Am Ende waren es insgesamt 16 Bücher, auch wenn ich eigentlich nur 6 davon selbst gelesen habe. Die restlichen Bücher habe ich mir als Hörbuch vorlesen lassen. An dieser Art des »Lesens« habe ich schnell Gefallen gefunden, da ich in meinem Alltag nun viel häufiger ein Buch genießen kann.

Gelesen:

»Der Distelfink« (★★★★☆) von Donna Tartt ist ein ziemlich dicker Schmöker. Erzählt wird die Geschichte von Theo Decker, der sich nach dem Verlust seiner Mutter in einer Abwärtsspirale befindet und dabei versucht sein großes Geheimnis zu bewahren. Die Geschichte fesselt für viele Stunden. Störend sind jedoch die streckenweise episch breiten Ausführungen von Nichtigkeiten. Man hätte die Geschichte auch auf der Hälfte Papier erzählen können, ohne an Spannung einzubüßen.

Im Buch »Eine Frage der Zeit« (★★★★★) erzählt Alex Capus die aberwitzige Geschichte des deutschen Dampfschiffes »Götzen«. Das Schiff wird 1913 in Deutschland in seine Einzelteile zerlegt und - in 5.000 Kisten verpackt - nach Deutsch-Ostafrika verschickt, um auf dem Tanganikasee zum Einsatz zu kommen. Zur gleichen Zeit lässt England zwei Kriegsschiffe mit dem Zug quer durch Afrika zum Tanganikasee transportieren, um dort einen deutschen Dampfer zu versenken. Beide Missionen steuern auf das unvermeidliche Finale zu. Das Buch ist ein echter Leckerbissen, der auf historischen Tatsachen basiert. Hervorragend recherchiert und mit viel Witz und Ironie geschrieben.

In seinem Buch »Der goldene Handschuh« (★★★★☆) erzählt Heinz Strunk die wahre Geschichte von Fritz Honka. Er erlangte 1976 als Frauenmörder in Hamburg schaurige Berühmtheit. Seine Opfer nahm er aus der Hamburger Kneipe »Zum Goldenen Handschuh« mit. In klaren Worten schildert der Roman das Oben und Unten der Hamburger Gesellschaft der siebziger Jahre, und taugt somit fast zur Milieustudie. Stellenweise eklig aber dennoch sehr fesselnd.

»Rechnung über meine Dukaten« (★★★★★) von Thomas Meyer ist ein vor Sprachwitz strotzender historischer Roman. Er handelt vom preußischen König Friedrich Wilhelm I., der Unsummen für seine Leibgarde aus lauter riesigen Männern ausgibt, die er zwangsrekrutieren oder gar entführen lässt. So landet auch der sächsische Bauer Gerlach bei den »langen Kerls« und wird zum Liebling des Königs. Während Gerlach fieberhaft überlegt, wie er von der Truppe flüchten könnte, hat König Wilhelm ganz andere Probleme. Die Kosten für seine »langen Kerrels« wachsen ihm über den Kopf. Der Roman ist nicht nur erstklassig recherchiert, sondern auch im Stil und Duktus der damaligen Zeit geschrieben. Ein äußerst amüsantes Lesevergnügen.

Die Komödie »Die Physiker« (★★★☆☆) von Friedrich Dürrenmatt ist ein echter Klassiker. Die Komödie thematisiert, welche verheerenden Folgen Wissenschaft haben kann. Das Buch ist leicht zu lesen und zaubert tatsächlich den einen oder anderen Schmunzler auf die Lippen. Ich würde es aber eher nicht als Komödie bezeichnen. Vielleicht funktioniert der Humor als Theaterstück besser.

Der hochgelobte Roman »Unterleuten« (★☆☆☆☆) von Juli Zeh hat mir ehrlich gesagt nicht gefallen. Die Handlung ist extrem platt und phasenweise viel zu schnell vorhersehbar. Bevor die Handlung dann ins vollkommen Triviale abgleitet, kommt eine groteske Wendung. Die Charaktere sind bis ins Klischee überzeichnet. Und dann auch noch diese unendliche Langatmigkeit sowie die aufgesetzte und viel zu gewollte Sprachwahl. Nicht mein Fall!

Gehört:

»Sophia, der Tod und ich« (★★★★★) von Thees Uhlmann ist echt echtes Meisterwerk über die wirklich wichtigen Fragen des Lebens. Obwohl der Tod ein Tabuthema ist und sich niemand gern damit auseinander setzt, ist er im Roman ein wahrer Kumpel und überaus sympathisch. Ein äußerst sprachgewaltiges Buch, das der Autor selbst mit einer enormen Leichtigkeit, jeder Menge Witz, Ironie und Humor als Hörbuch einspricht. Dieses Buch muss man durchsuchten!

Der Roman »Was man von hier aus sehen kann« (★★★★★) von Mariana Leky ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Es ist unheimlich unterhaltsam, märchenhaft schön und hat einen sehr feinen Humor. Sandra Hüller liest den Roman sehr einfühlsam. Man kann sich über ihre wundervolle Stimme förmlich in das Geschehen reinfühlen.

»Tyll« (★★★★★) von Daniel Kehlmann spielt in der düsteren Zeit des Dreißigjährigen Krieges, der im 17. Jahrhundert ganz Mitteleuropa in Flammen gesetzt hat. In diese Zeit platziert Kehlmann Tyll Ulenspiegel - seines Zeichens Vagant und Schausteller, Entertainer und Provokateur aus dem 14. Jahrhundert. Durch ihn erlebt und erfährt man die dunkle Epoche auf eine ganz neue Weise. Tyll begegnet Gelehrten, Ärzten, Henkern und Jongleuren und einem exilierten Königspaar. Ihre Schicksale verbinden sich zu einem Zeitgewebe, zum Epos vom Dreißigjährigen Krieg. Und um wen sollte es sich entfalten, wenn nicht um Tyll, jenen rätselhaften Gaukler, der eines Tages beschließt, niemals zu sterben. Ein vom großartigen Ulrich Noethen gesprochenes ganz wundervolles Hörbuch.

Der Roman »Tschick« (★★★★★) von Wolfgang Herrndorf handelt von den 14-jährigen Jugendlichen Maik und Tschick (eigentlich Andrej) die in den Sommerferien mit einem geklauten Lada durch die Ostdeutsche Provinz fahren und allerhand Abenteuer erleben. Ein sehr liebenswertes, spannendes und humorvolles Hörbuch für zwischendurch.

»Baba Dunjas letzte Liebe« (★★★★★) von Alina Bronsky ist ein Roman über eine Tschernobyl-Heimkehrerin, die mit wenigen Gleichgesinnten versucht ihr altes Leben in ihren leerstehenden Häusern wieder aufzunehmen. Ein beschwerliches Leben und eine zerbrechliche Gemeinschaft, die voller Humor beschrieben wird und eine tiefe Nachdenklichkeit zurück lässt. Ein sehr guter Roman und ein sehr hörenswertes Hörbuch mit viel Atmosphäre, jeder Menge Poesie, voller Herz und Witz.

»Der Pfau« (★★★★☆) von Isabel Bogdan ist eine Komödie um einen verrückt gewordenen Pfau bzw. besser gesagt seiner Leiche in den schottischen Highlands. Ein kurzweiliges aber dennoch sehr unterhaltsames Hörbuch, das von Christoph Maria Herbst mit viel Witz und Charme gelesen wird.

Der Roman »Die Vermessung der Welt« (★★☆☆☆) von Daniel Kehlmann handelt vom Leben der beiden Wissenschaftler und Forscher Alexander vom Humboldt und Prof. Carl Friedrich Gauß, welche Kehlmann im Verlauf seines Romans gekonnt miteinander verwebt. Der Roman ist nicht biografisch, bietet aber dennoch einen interessanten Blick auf die beiden großen deutschen Forscher. Leider fehlt dem Buch etwas Spannung und eine gewisse Stringenz in der Storyline.

»Totenfang« (★★★☆☆) von Simon Beckett ist der 5. Teil einer Kriminalreihe um den forensischen Anthropologen David Hunter. Der Roman spielt in den Backwaters, einem abgelegenen Mündungsgebiet in Essex. Der Roman weist eine durchaus spannende Geschichte auf. Ab einer gewissen Stelle wird der weitere Ablauf aber irgendwie vorhersehbar. Trotzdem ein Hörbuch das man gut anhören kann.

»Ich. Darf. Nicht. Schlafen.« (★★★☆☆) von Steve Watson ist die Romanvorlage zum gleichnamigen Film mit Nicole Kidman. Die Spannung des Psychothrillers baut sich langsam auf und wird auch bis zum Ende gehalten. Teil der Geschichte und damit stylistisches Mittel sind die permanenten Wiederholungen, die das Buch phasenweise etwas langatmig machen. Der Plott der Geschichte ist gut gelungen, wenn auch manche Wendung etwas zu sehr konstruiert wirkt.

Ein Absoluter Flop war »Zwetschgendatschikomplott« (★☆☆☆☆) von Rita Falk. Seichte Unterhaltung mit bayrischen Lokalkolorit. Spannung kommt im Grunde nie auf. Einzig die Stimme von Christian Tramitz macht es einigermaßen unterhaltsam und verhindert ein frühzeitiges Abschalten.

Ausgelesen

Ich habe mein Ziel von 12 Büchern in diesem Jahr erreicht. Und wenn man die beiden Bücher zählt, bei denen mich irgendwann die Kraft zum Weiterlesen verlassen hat, komme ich sogar auf 13 Bücher. Also quasi übererfüllt.

Fangen wir mit dem zweiten halben Buch in diesem Jahr an: Der Manga »Can You Hear Me?« von Otsuichi (★☆☆☆☆). Das Buch war ein Geschenk. Und ich habe mir wirklich Mühe gegeben meine Vorurteile zu überwinden. Irgendwann habe ich jedoch festgestellt, das es nicht meins ist. Also weder das Buch, noch Manga an sich. Die Story klingt interessant, aber die Umsetzung ist mir zu banal und dystopisch. Und wenn ich ganz ehrlich bin, kann ich noch nicht einmal mit den so hochgelobten Zeichnungen etwas anfangen.

»Sitzen vier Polen im Auto« von Alexandra Tobor (★★☆☆☆) handelt von einer polnischen Familie die in den 80′er Jahren nach Deutschland auswandert. Die erlebten Abenteuer sind kurzweilig und stellenweise musste ich auch Schmunzeln. Insgesamt ist mir das Buch aber zu oberflächlich und naiv. Der Humor wirkt an vielen Stellen zu sehr gewollt.

Ein richtiger Hammer dagegen war »Kind 44« von Tom Rob Smith (★★★★★). Das Buch ist angelehnt an die wahre Geschichte des Mörders Andrei Romanowitsch Tschikatilo. Entstanden ist ein unheimlich fesselnder Thriller um ungeklärte Kindsmorde in der Sowjetunion Anfang der 50′er Jahre. Gegen deren Vertuschung stemmt sich der anfangs linientreure Agent Leo Demidow mit allen Mitteln und wird dadurch irgendwann selbst zum Gejagten des Systems. Diese doppelte Hetzjagd ist vor Spannung manchmal kaum zu ertragen. Wenn auch nicht explizit ausgesprochen, ist ab einer gewissen Stelle klar wer hinter den Morden steckt. Es bleibt trotzdem spannend bis zum Schluss.

Mein letztes Buch des Jahres 2016 war »Der Nazi & der Friseur« von Edgar Hilsenrath (★★★★★). Eine bissige Satire, brutal und explizit. Konsequent aus der Perspektive des Hauptdarstellers erlebt der Leser, wie der nicht gerade wohlbehütet heranwachsende Max Schulz im zweiten Weltkrieg zum Massenmörder wird. Nach dem Krieg schlüpft er kurzerhand in die Rolle seines Opfers Itzig Finkelstein und wird zum frommen Juden und Nationalhelden Israels. Wie das geht? Das geht eben so. Genau so. Und nicht anders. Ein Buch das man gelesen haben muss.

Müsste ich mein Lieblingsbuch des Jahres 2016 benennen, so wäre dies »Das geraubte Leben des Waisen Jun Do«. Aber auch »Kind 44«, »Ein ganzes Leben« und »Der Nazi & der Friseur« haben mich schwer beeindruckt.

Neuneinhalb

Ich habe etwas aufgeholt und liege, gemessen an meinem Jahresziel von 12 Büchern, wieder voll im Soll. Der aktuelle Stand sind 9 ½. Neuneinhalb?

Ehrlich gesagt habe ich mit Bill Bufords »Hitze« (★★☆☆☆) nicht so viel anfangen können. Das Buch klang für einen selbsternannten Hobbykoch ziemlich verlockend. Aber leider sind die wenigen Highlights zwischen viel zu vielen, wahnsinnig langatmigen und todlangweiligen Passagen versteckt. Irgendwann bei Seite zweihundertzwanzig habe ich die Nerven verloren, und aus lauter Frust Lust Spaghetti Bolognese gekocht. Besser sind sie mir noch nie gelungen.

»Bretonische Brandung« (★★★☆☆) von Jean-Luc Bannalec ist ein mittelprächtiger Franzosenkrimi der hauptsächlich von der Landschaft lebt, in der er spielt. Das Buch plätschert so dahin. Nicht langweilig, aber auch nie wirklich richtig fesselnd. Das Ende ist dann schon im letzten Viertel zu erahnen.

Mit »Der unschickliche Antrag« (★★★★☆) habe ich Andrea Camilleri noch eine zweite Chance gegeben. Und es hat sich gelohnt: Ein vergleichbares Buch habe ich bisher noch nicht gelesen. Rund um einen einfachen Antrag auf ein Telefon, entspinnt sich eine wahnsinnige Geschichte - streckenweise in Briefen, die die beteiligten Figuren untereinander austauschen. Wenn man sich mal reingefuchst hat, ein bemerkenswertes und an vielen Stellen saukomisches Buch.

Um »Feuermann« (★★★★★) von Torkill Damhaug habe ich mich ehrlich gesagt etwas gedrückt. 635 Seiten sind eine Ansage. Und was für eine. Der Roman bebt von der ersten Sekunde vor Spannung. Er ist so packend geschrieben, das die Seiten nur so dahin fliegen. Zartbesaiteten würde ich dieses Buch jedoch eher nicht empfehlen. Meinen Geschmack hat Damhaug getroffen.

Er wäre besser nie gekommen

Mit Verlaub, aber »Er ist wieder da« (★☆☆☆☆) von Timur Vermes ist ein ziemlicher Mist. Das Hörbuch musste ich nach einer Stunde abbrechen, so ermüdend und nervtötend war der von Christoph Maria Herbst bis zum Exzess zelebrierte Duktus von Hitler.

Wie nicht anders zu erwarten, steht das gedruckte Pamphlet dem Hörbuch in nichts nach. Nach nur wenigen Seiten wird es stinklangweilig und vorhersehbar. In der Hoffnung auf einen krönenden Abschluss oder eine sich doch noch zu erkennen gebende Satire habe ich mich durch die 400 endlos langen Seiten gequält. Am Ende hatte ich Gewissheit: Das beste und kreativste an diesem Buch ist das Cover.

Gelesen im April

Der Mai hat begonnen und ich bin wieder im Plan. Ganz ausdrücklich empfehlen will ich an dieser Stelle den Roman »Ein ganzes Leben« (★★★★★) von Robert Seethaler. Ein sehr schön zu lesendes Buch, in dem man sich herrlich seufzend verlieren kann.

»Das Netz der großen Fische« (★★☆☆☆) von Andrea Camilleri war ehrlich gesagt eine ziemliche Qual für mich, die ich aber durchgehalten habe. Vielleicht versteht man dieses Buch aber auch nur als Italiener.

12 in 2016

Ich habe mir vorgenommen, in diesem Jahr mindestens 12 Bücher zu lesen. Mit einem kurzen Blick auf den Kalender lässt sich feststellen, das ich mit 2 Büchern im Rückstand bin. Die beiden Bücher, die ich dieses Jahr jedoch bereits gelesen habe, kann ich beide ausdrücklich empfehlen.

»Das geraubte Leben des Waisen Jun Do« (★★★★★) von Adam Johnson gehört zu den beeindruckensten Büchern die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Das Buch entführt in die bizarre Welt des abgeschotteten Nordkorea und erlaubt Einblicke in eine Welt, die Außenstehenden normalerweise verborgen bleibt. Beim Lesen wechselt die eigene Stimmung immer wieder zwischen eiskalten Schaudern und bitterbösen Lachen. Ein Buch das man gelesen haben muss.

Das zweite Buch ist nicht weniger interessant. Mit dem »Traffikant« (★★★★★) ist Robert Seethaler wieder mal ein Buch gelungen, das man am liebsten in einem Rutsch durchlesen möchte. Auch dieses Buch ist mehr als eine Leseempfehlung, es ist ein Lesebefehl.