Intelligent Heizen

Durch den Einsatz von smarten Heizungsthermostaten lassen sich bekanntlich - bei entsprechend intelligenter Programmierung - bis zu 30% Heizkosten sparen. Grund genug sich damit zu beschäftigen. Meine ausdrückliche Empfehlung an dieser Stelle sind die über die FRITZBox! zu steuernden FRITZ!DECT-Thermostate. Die Vorteile im Vergleich zu anderen Lösungen aus meiner Sicht sind:

Für mich bieten diese smarten Thermostate einen Komfortgewinn, den ich nicht mehr missen möchte. Die gewünschten Temperaturen lassen sich individuell für jeden Wohnraum auf das Grad genau programmieren. Abwesenheiten oder Perioden in denen nicht geheizt werden soll, können an zentraler Stelle verwaltet werden. Ist die Steuerung einmal hinterlegt, läuft alles vollkommen wartungsfrei von alleine.

Aber es gibt auch Schattenseiten: Mit ~ 60 Euro für ein Thermostat sind die FRITZ!DECT-Thermostate nicht gerade günstig. Gerade bei größeren Wohnungen oder gar Häusern geht die Umrüstung schnell ins Geld. Und, im Gegensatz zur App für Android ist die mobile App für iOS noch immer auf einem ziemlich alten Stand und für die Steuerung der Thermostate nicht zu gebrauchen. Das heißt, wer den Zugriff über eine mobile App unter iOS benötigt, muss auf Lösungen von Drittanbietern ausweichen. Meine Empfehlung an dieser Stelle ist fritch.

Sinn und Unsinn von unterschiedlichen Heizprofilen
Als Kritikpunkt zu den FRITZ!DECT-Thermostaten liest man außerdem manchmal, das sich mit der Spar- und Komfortemperatur nur 2 Schaltpläne programmieren lassen. Ich halte dies jedoch ausdrücklich für keine Schwäche und empfehle allen, die der Meinung sind Zeitschaltpläne führen zu Kosteneinsparungen, dringend sich über den Sinn und Unsinn der sogenannten Nachtabsenkung zu informieren. Grob zusammengefasst lässt sich nämlich auf jeden Fall sagen, das - wenn überhaupt - nur marginalste Sparpotentiale durch solche Intervallschaltungen gehoben werden können. Wer in Physik aufgepasst hat, weiß auch warum:

Die Wärmezufuhr muss zwingend genauso groß sein, wie die Wärmeabgabe, sonst wird die Anfangstemperatur nie wieder erreicht. Anders gesagt: Genau die Wärmemenge, die nachts durch die Wände abgegeben wird, muss wieder zugeführt werden, damit am nächsten Tag die Innentemperatur des Vortages wieder erreicht wird.

Sehr schön zusammengefasst, mitsamt leicht verständlichen grafischen Darstellungen kann man diesen Sachverhalt auch noch einmal hier nachlesen:

Wenn ich, im Glauben damit Energie zu sparen, die Heizung auf Null stelle und dann, wenn ich es warm haben will, wieder aufdrehe, verbrauche ich ein VIELFACHES mehr an Geld und Energie, um den Raum wieder auf Temperatur zu bringen.

Mindestens ebenso wichtig: Richtig Lüften!
Was jedoch tatsächlich hilft beim Heizen Geld zu sparen, ist das richtige Lüften. Der Einfluss auf die Heizkosten ist auf jeden Fall sehr viel stärker, als vermeintlich smarte Systeme die ausdifferenzierte Zeit- und Temperaturprofile abspulen.

Und gerade beim Lüften wird viel falsch gemacht, was sich nicht nur auf den Geldbeutel auswirkt, sondern auch ein ungesundes Raumklima und im schlimmsten Fall die Bildung von Schimmelpilz begünstigt. Dabei ist es eigentlich ganz einfach, wenn man sich dabei an einige grundsätzliche Punkte hält:

Ganz ausdrücklich empfehle ich diese ausführlichen Informationen zum richtigen Lüften während der Heizperiode zu lesen und zu beherzigen.

Das optimale Raumklima
Auch wenn es keine "Wohlfühltemperatur" gibt, die bei allen Menschen gleich ist, so gibt es doch zumindest empfohlene Temperaturbereiche für die einzelnen Wohnräume. Für uns haben sich die folgenden Temperaturen bewährt:

Aus den angeführten Gründen wird die Temperatur nachts nur in den Kinderzimmern bewusst deutlich nach unten reguliert.

Die Zimmertemperatur allein ist jedoch nicht entscheidend, ob man sich in einem Raum wohlfühlt oder nicht. Einen maßgeblichen Einfluss hierauf hat vor allem die Luftfeuchtigkeit. Hierbei gilt eine relative Luftfeuchtigkeit von 40% bis 60% als behagliches und gesundes Raumklima. Sinkt die Luftfeuchtigkeit unter 40%, beginnen die Schleimhäute auszutrocken, was wiederum Atemwegserkrankungen begünstigt. Spätestens bei Werten unter 30% wird das Raumklima von den meisten Menschen als unangenehm wahrgenommen. Werte über 70% hingegen begünstigen die Schimmelbildung. Ab einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80% ist Schimmel de facto nicht mehr zu verhindern. Eine regelmäßige Kontrolle der Luftfeuchtigkeit ist meiner Meinung nach generell ratsam. Und zur Regulation natürlich korrektes Heizen und Lüften.

#stuffthatworks #faktensammlung